Lipödem–Liposuktion–Lymphtherapeut

Definition des Lipödems

Das Lipödem ist eine typische Frauenkrankheit unbekannter Ursache; beim Mann kommt es nur selten im Fall schwere hormoneller und/oder Leberfunktionsstörungen vor.
Es handelt sich um eine beidseitige, symmetrische, auf einer Fettablagerung beruhende, reithosenartige Schwellung der Beine.
Gelegentlich gesellt sich in ähnlicher Weise ein Lipödem der Arme zu demjenigen der Beine; die Schwellung endet in Handgelenkshöhe.

Ist das Lipödem eine Krankheit?

Ja: Für die meisten Patienten ist es häufig nicht zuletzt eine starke psychischiche Belastung; das Gefühl verunstaltet zu sein, beeinträchtigt das „Lebensglück“. Das Übergewicht der Beine führt fast immer schleichend über viele Jahre zu Folgeerkrankungen: Neben orthopädischen Problemen wie stauungsbedingten Gelenksveränderungen und schmerzhaften Rückenverspannungen kommt es sehr häufig auch zu Krampfaderleiden. Da es mühsam ist, sich mit den schweren Beinen zu bewegen, fördert dieser Umstand auch neben anderen Faktoren die Bildung von Übergewicht am Körperstamm. Diese kleine Übersicht erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Den darüber hinaus interessierten Leser erwarten ausführliche Abhandlungen im Internet.

  • Diagnose

    Oftmals liegen jahrelange frustrierende Versuche hinter den Patientinnen, denn lymphologische Inhalte in der universitären Ausbildung der Ärzte werden bis heute leider nicht vermittelt. Erst ein lymphologisch weitergebildeter Arzt ist in der Lage, bei den betroffenen Patientinnen die Diagnose zu stellen und die notwendigen Therapieschritte einzuleiten.

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  • Konservative Therapie

    Leider gibt es noch keine verbindliche Leitlinien, jedoch gute und langjährig bewährte und von Spitzenfachleuten empfohlene Vorgehensweisen. In meiner Praxis treffen wir uns zunächst mit den Patientinnen, um eine Befundaufnahme durchzuführen. Nach Einschätzung der Schwere der Erkrankung erstellen wir dann einen individuellen Therapieplan.

    Bei einer Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium lassen sich durch eine Komplexe Physikalische Entstauungstherapie, bestehend aus manueller Lymphdrainage, Hautpflege, lymphologischen Kompressionsbandagen und entstauender Krankengymnastik, fast immer einige Zentimeter Beinumfang reduzieren.

    Voraussetzung für ein Gelingen der Therapie ist eine ca. drei- bis vierwöchige Behandlungsdauer mit dichter Therapiefolge. Wir behandeln Montag bis Freitag einmal täglich, und die Kompressionsverbände werden auch über das Wochenende getragen. Behandlungsfortschritte und –erfolge werden mit Hilfe von Umfangmessungen dokumentiert. Ist der Zustand der maximalen Ödem-Reduktion erreicht, wird in meiner Praxis nur von geschulten Bandagistinnen Maß genommen. Die Anfertigung individueller Kompressionsstrümpfe dauert für uns nur fünf Tage.

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  • Kompressionsstrümpfe

    Um das gute Behandlungsergebnis zu erhalten, ist es wichtig, dass die Patienten ihre Kompressionsstrümpfe, wie empfohlen, tragen. Weitere regelmäßige manuelle Lymphdrainagen sind bei einem reinen Lipödem nicht unbedingt erforderlich.

    Patientinnen mit leichtgradigen Lipödemen bekommen gleich eine Kompressionsversorgung in Form von ebenfalls individuell angepassten Kompressionsstrümpfen ohne ein wie oben beschriebenes vorheriges Therapieprogramm. Stehen die Strümpfe zur Verfügung, bekommen die Patientinnen eine Serie in dichter Folge von ausschließlich manuellen Lymphdrainagen, um die häufig anfängliche bestehende Druckempfindlichkeit zu reduzieren. Die Tragezeit der Kompressionsware wird dann von Tag zu Tag ein wenig gesteigert. Sind die Patientinnen dann nach einigen Sitzungen in der Lage, ihre Kompressionsstrümpfe beschwerdefrei zu tragen, kann die Behandlung erfolgreich beendet werden.

    Kompressionsstrümpfe bei Lipödem-Patientinnen sollten in den allermeisten Fällen immer im Flachstrickverfahren hergestellt worden sein!

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  • Diäten

    Leider lassen sich Lipödeme über Diäten kaum reduzieren. Bei falschen Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel verschlechtern sie sich jedoch erheblich. Besteht bei unseren Berliner Patientinnen zusätzlich ein Problem mit Übergewicht empfehlen wir einen Besuch bei

    Frau Dr. med. Bikadorov
    Clayallee 342 (AOK Gebäude)
    14169 Berlin
    Telefon: 0 30 / 8 11 08 28

    Sie ist eine lymphologisch geschulte Allgemeinmedizinerin mit einer Zusatzausbildung in Ernährungsmedizin.

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  • Operative Therapie

    Viele Patientinnen sind mit den Therapieergebnissen, die sich mit der konservativen Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie, wie oben beschrieben, erzielen lassen, nicht zufrieden und entscheiden sich zusätzlich für eine Liposuktion (Fett-Absaugung ). In Deutschland gibt es nicht viele Ärzte mit einer lymphologischen Ausbildung, die operativ tätig sind. Wir haben in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Frau Dr. med. Kirsch sammeln dürfen:

    Frau Dr. med. Kirsch
    Bernauer Straße 100
    16515 Oranienburg
    Telefon: 0 33 01 / 80 39 31
    www.chirugie-kirsch.de

    In der Regel sind die Patientinnen vor der Operation über eine wie oben beschriebene Konservative Therapie vorbehandelt und besitzen bereits eng sitzende individuell maßangefertigte Kompressionsstrümpfe.

    Direkt im Anschluss an die Liposuktion legt Frau Dr. Kirsch die ersten lymphologischen Kompressionsbandagen und verordnet den Patientinnen in der ersten postoperativen Woche 5x wöchentlich manuelle Lymphdrainage mit anschließender Kompressionsbandagierung und ab der 2. bis 4. Woche drei mal wöchentlich. In dieser Phase können die Patientinnen häufig auch schon auf die meist noch gut sitzenden Kompressionsstrümpfe zurückgreifen, die ihnen vor dem operativen Eingriff bereits zur Verfügung standen. Danach können die Lymphdrainagen noch eine Weile 1-2x pro Woche weiter erfolgen. Eine Kompressionstherapie wird dann ausschließlich nur noch mit Kompressionsstrümpfen durchgeführt. In der Regel sollte eine Kompressionstherapie auf Dauer weiter erfolgen, dann aber meistens mit leichteren Rundstrick- statt Flachstrickversorgungen.

    Sehr oft erleben wir, dass die Patientinnen nach den Eingriffen eine erhebliche Steigerung ihrer Lebensqualität angeben. Sie zeigen sich sehr viel motivierter, sich gesund zu ernähren und auch für ausreichend Bewegung zu sorgen, um dadurch ihr gutes Therapieergebnis auch dauerhaft zu erhalten.

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